Ein FOCUS-Interview mit Seehofer
Die Integrationsfähigkeit von Zuwanderern hänge auch von ihrer Herkunft ab, sagte Seehofer. „Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“ Ab Mai nächsten Jahres greife ohnehin die EU-Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus Osteuropa. „Ich habe kein Verständnis für die Forderung nach weitergehender Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen“, sagte Seehofer.
[…] „Dazu gehören der Erwerb der deutschen Sprache, die Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts und die Akzeptanz der Grundregeln für menschliches Zusammenleben, also der Werteorientierung in der Bundesrepublik Deutschland.“
Werteorientierung? Reicht es nicht, das Grundgesetz anzuerkennen? Ich kann diese hohle Gerede über “unsere Werte”, “abendländische Werte”, “christliche Werte” o.ä. nicht mehr ertragen! Ich möchte an dieser Stelle Max Liebermann zitieren
Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.
Ein Spiegel-Artikel über Multikulti
“Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!”, sagte Kanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Potsdam.
Multikulti ist tot! Es lebe die deutsche Leitkultur! Neulich war ich in Berlin. Ich habe das Haus der Wannsee-Konferenz besucht. Übrigens sehr empfehlenswert, auch für alle Seehofers und Merkels da draussen. Die Ausstellung ist in mehreren Räumen unterteilt. Im ersten Raum über “Rassismus und Judenfeindschaft”

gibt es einen Auszug aus dem Aufsatz “Unsere Aussichten” von H. von Treitschke (im Bild rot markiert und Betonungen von mir):
Nein, der Instinkt der Massen hat in der That eine schwere Gefahr, einen hochbedenklichen Schaden des neuen deutschen Lebens richtig erkannt; es ist keine leere Redensart, wenn man heute von einer deutschen Juden frage spricht.
[…]
Was wir von unseren israelitischen Mitbürgern zu fordern haben, ist einfach: sie sollen Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen - unbeschadet ihres Glaubens und ihrer alten heiligen Erinnerungen, die uns Allen ehrwürdig sind; denn wir wollen nicht, dass auf die Jahrtausende germanischer Gesittung ein Zeitalter deutsch-jüdischer Mischcultur folge.
[…]
Es bleibt aber ebenso unleugbar, dass zahlreiche und mächtige Kreise unseres Judenthums den guten Willen schlichtweg Deutsche zu werden durchaus nicht hegen.
[…]
Überblickt man alle diese Verhältnisse […] so erschint die laute Agitation des Augenblicks doch nur als eine brutale und gehässige, aber natürliche Reaction des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element, das in unserem Leben einen allzu breiten Raum eingenommen hat. […] Täuschen wir uns nicht: die Bewegung ist sehr tief und stark; […] Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf, unter Männern, die jeden Gedanken kirchlicher Unduldsamkeit oder nationalen Hochmuts mit Abscheu von sich weisen würden, ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück!
Nachdem wir das gelesen haben, diskutierten JM und ich über die beängstigende Ähnlichkeit:
JM: Die Geschichte wiederholt sich immer wieder.
TW: Nein, diesmal kann es nicht so weit kommen.
JM: Ein koreanischer Philosoph meinte, dass genau diese Arroganz der Menschen dazu führe, dass sich die Geschichte wiederholt.